Musikgesellschaft Uttigen, Direktion: Ernst Ryser
Selbstwahlstück: Festfanfare von A. Benz. Der Verein hatte das Pech, dass er wegen Krankheit kurzfristig von dem Fest auf zwei Flügelhornisten verzichten musste, die nicht ersetzt werden konnten. Das wirkte sich natürlich gerade bei einem Stück wie die Festfanfare nachteilig aus. Die Fanfaren wirkten klanglich tatsächlich matt und konnten nicht ganz befriedigen. Dafür hörte man gute sonore Bässe und ein tadelloses Schlagzeug. Die etwas harte Artikulation der Fanfaren verlieh der Interpretation eine gewisse Schwerfälligkeit. Einwandfrei hingegen war die rhythmische Ausführung. Man vermisste am Anfang aus erwähnten Gründen den Glanz bei den Fanfaren. In Takt 4 wurde im 4. Akkord d statt dis gespielt; auch der 1. Akkord in Takt 8 gelang unsauber. Ab Takt 9 hörte man gute Bariton-Bass-Figuren. Ein falsches b schlich sich in den Takt 18. Auch im getragenen Mittelteil, der noch weicher gespielt werden dürfte, vermisste man wieder etwas Sopransubstanz, doch wurde sinngemäss gestaltet und sauber musiziert. Die Schluss-Partie klang sehr schön, nur mit etwas wenig Glanz nach oben.
Aufgabenstück: Nach gut gelungenen Einleitungstakten erfreute man mit einem stimmungsvollen Andante. In Takt 19 aber störte ein falsches g im Dur-Dreiklang. Ganz ausgezeichnet kamen im Animato die guten Bässe zur Geltung. Das Reiterthema (Allegretto) wurde etwas schnell, doch sehr gut rhythmisch markiert vorgetragen mit ausgezeichneten p-Partien. In Takt 92 hatte die gute Timpanistin Gelegenheit zu brillieren. auch die 2. Hälfte des Allegro con moto wurde richtig interpretiert und sauber ausgeführt, man vermisste einzig das più mosso vor Takt 160. Hier demonstrierte man ein vorbildliches p und schloss das Stück mit guter dramatischer Steigerung bis zum effektvollen Schluss.
Emil Schmid
